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15. September 2015

Besserer Schutz vor Lawinen

Unterschächen
Die neue Lawinenverbauung schützt die drei Liegenschaften, erhöht Sicherheit und Verfügbarkeit der Klausenstrasse. Ein Restrisiko bleibt aber bestehen.
Am Samstag waren geladene Gäste und die Bevölkerung von Unterschächen eingeladen, die Lawinenverbauung Grotzenegg einzuweihen. Bei strahlendem Wetter versammelten sich die Urigen rund 50 Personen. Mit Kleinbussen wurden sie zum Umschlagplatz in die Nähe der Lawinenverbauung transportiert. Gemeindepräsident Ambros Arnold bezeichnete die Einweihung des Bauwerkes als Freudentag in der Geschichte von Unterschächen. Die Sicherheit der Bevölkerung, Tiere und Sachwerte können stark verbessert werden.

Immer wieder schwere Unglücke
Baukommissionspräsident Josef Arnold, Windeggen, blickte auf die Geschichte der Lawinenverbauungen in die Unterschächen zurück. Nach der Lawinenkatastrophe 1954, als mehrere Lawinen 23 Gebäude zerstört hatten, rückte die Bevölkerung von Unterschächen noch enger zusammen und begann mit Verbauungen am Windgällen. 1955 beschlossen die Stimmbürger das Projekt Ritzen 1. Nach und nach folgten die Verbauungen Ritzen 2 und Ritzen 3. Im Jahr 2003 wurde die Lawinenverbauung am Windgällen abgeschlossen.
Aber weitere Lawinenniedergänge machten deutlich, dass die bisher ausgeführten Schutzmassnahmen nicht genügten. 1967, 1968 und 1984 wurde Unterschächen von besonders schweren Lawinen heimgesucht. In den Wintern 1967 und 1968 verloren fünf Menschen ihr Leben. Zahlreiche Gebäude und Einrichtungen wurden zerstört, das Schadenausmass war riesig. Ein grosses Lawinenereignis mit Ursprung im Gebiet Grotzenegg ereignete sich im Winter 2002/03. Dabei ist ob der Klausenstrasse ein Stall zerstört und die Klausenstrasse verschüttet worden. Die Stimmbürger genehmigten 2012 einen Bruttokredit von 1,2 Millionen Franken für das Lawinenverbauungsprojekt Grotzenegg. Diese Verbauung schützt die ganzjährig bewohnten Liegenschaften Sturnen, Weidli und Äbnet. Neben den bereits ausgeführten Verbauungsprojekten Mettenenalp und Ritzen erhöht sie die Sicherheit und Verfügbarkeit der Klausenstrasse zwischen Unterschächen und dem Windeggental.

Das Lawinenverbauungsprojekt umfasst eine Fläche von etwas mehr als 2 Hektaren, welche mit sogenannten Stahlschneebrücken, verbaut worden sind. Zur Sicherung des Anrissgebietes waren rund 700 Laufmeter Stützwerke notwendig. Der bewilligte Bruttokredit wird wegen eines unvorhergesehenen Naturereignisses leicht überschritten. Bund und Kanton unterstützen das Projekt mit einem Beitragssatz von 75 Prozent. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die Restkosten für die Gemeinde dank grosszügiger Spendengelder wohl 50000 Franken nicht übersteigen werden. Zahlreiche Gönner haben dazu beigetragen, dass die Restkosten für die Gemeinde tragbar werden. Bruno Imhof von der Mobiliar Versicherung konnte Baukommissionspräsident Josef Arnold einen Check im Wert von 150‘000 Franken überreichen. <<Als grösster Sachversicherer in der Schweiz ist die Mobiliar in besonderem Masse von Naturkatastrophen betroffen>>, sagte Imhof. Der ehemalige Betrag konnte aus dem Überschussfonds der Genossenschaft für Präventivprojekte ausgelöst werden.

Eine Generationenaufgabe
Sicherheitsdirektor Beat Arnold überbrachte die Gratulationswünsche und den Dank des Kanton Uri. Er freute sich, dass in der Investitionsplanung Platz für die Realisierung geschaffen worden war und dass alles danach sehr schnell ging. Pfarrer Stefan Schmid segnete die Lawinenverbauung.
Trotz der grossen Anstrengungen in Sachen Lawinenverbauungen muss man sich aber bewusst sein, dass es keine absolute Sicherheit gibt. Lawinenverbauungen bleiben in Unterschächen eine Generationenaufgabe. Auch der Unterhalt des Schutzwaldes und der Lawinenverbauung am Windgällen ist Daueraufgabe.

60 Jahre Lawinenverbauung – Broschüre zum downloaden

lawinenproschüre

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