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17. Juni 2012

Auer Bevölkerung im Schweizer Riet

Am 16.06.12 lud die Ortsverwaltung die Bewohner von Au und Heerbrugg ins Auer-Riet über dem Rhein ein. Dieser Einladung folgten ca. 200 Interessierte. Darunter waren auch Delegationen der benachbarten Ortsgemeinden Balgach,  St. Margarethen, Widnau und Diepoldsau. Selbst der Bürgermeister aus Lustenau (Kurt Fischer) liess es sich nicht nehmen und  nutzte die Gelegenheit um den nachbarlichen Kontakt eingehend zu pflegen.

Mit zwei Bussen ab Kirchplatz Heerbrugg und Au wurden die Teilnehmer an den Rieteingang gefahren. Dort warteten Ross und Wagen auf die Ankommenden und führten sie zur Festhütte. Die sportlichen Auer wurden von den Räten in Gruppen ins Riet geführt.

Dort angekommen, informierten man über die Geschichte des Rietes: 1593 war die erste Hofteilung des Reichhofes Lustenau und zugleich Trennung vom Grafen von Hohenems; 1775 bei der 2. Hofteilung wurden auf Grund der Bevölkerung  der Au 210 ha, den135 ha Widnau und Diepoldsau–Schmitter 110 ha zugesprochen; heute ist es für 6 Landwirte die Existenzgrundlage; seit 1954 betreibt die Ortsgemeinde Au als einzige Schweizer Gemeinde eine Eigenjagd in Österreich und dass wir im Riet in 10 Jahren eine Bodensenkung von ca. 14 cm haben.

Am Informationsposten des Biologen Markus Grabher (UMG Umweltbüro Grabher, Bregenz) erfuhr man, dass wir im Riet 15 verschiedene Orchideen haben und europaweit fast ausgestorbene Blumen wie z.B. die Sumpfgladiole (Gladiolus palustris) bei uns noch wachsen; dass jede Pflanze der Lebensraum für ca. 15 Tiere bedeutet und auch dass Gräser zweigeschlechtlich sind; für den Heuschnupfen nur die männlichen Samen zuständig sind usw.

Die Jäger (Walter Just und Reinhard Hellmeier) orientierten über das geschichtliche der Eigenjagd und die Bedeutung derer; sie sind nicht nur für den Bestand der Tiere verantwortlich, sondern auch für deren Pflege; so hatten wir im 2010 in unseren 210 ha einen Kiebitzbestand wie in der ganze Schweiz zusammen; auch die ca. 200 Schmetterlingsarten und über 100 Feldhasen fühlen sich bei uns sehr wohl; zum Abschluss offerierten die Jäger verschiedene Spezialitäten aus eigener Jagd. Am 3. Infostand waren die Imker (Lydia und Heinz Fischer) bemüht uns Interessantes über die Bienen zu vermitteln; wir erfuhren wie „Propolis“ hergestellt wird und wozu man es einsetzen kann; auch konnte man die verschiedenen Honige aus eigener Produktion, als auch Met (Honigwein = ältester bekannter Alkohol) degustieren. Natürlich standen Ross und Wagen den ganzen Nachmittag zur Verfügung um eine Rundfahrt durchs Riet zu machen und diese interessanten Informationen abzuholen.

Zum Schluss ging‘s zum Festplatz, wo eine Truppe der Männerriege Au für das leibliche Wohl zuständig war. Mit verschiedene Würsten vom Grill und diversen Getränken konnte man sich von der Fahrt durchs Riet erholen. Zur Unterhaltung spielten das Trio „Platzhirsche“ aus Brand auf.

Es war ein rundum erfolgreicher Anlass. Der Rat möchte sich bei allen Helfern herzlich bedanken, denn ein solcher Anlass kann nur als Gemeinschaft durchgeführt werden. Bei der Bevölkerung für das Interesse und das Vertrauen, welches er das ganze Jahr hindurch erfahren darf.

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