Blog

25. November 2014

Riedstrasse nimmt nun Konturen an

Entlastungsstrassenprojekt im unteren Rheintal befindet sich in spannender Phase.
Bregenz. „Wir sind der Strasse als wichtigste Massnahme für eine echte Verkehrsentlastung einen Schritt näher.“ So fasst Verkehrslandesrat Karlheinz Rüdisser (59) am Tag nach der Präsentation der aktuellen Pläne im Regionalforum von „Mobil im Rheintal“ die Situation um das ins Auge gefasste Megaprojekt zusammen.

Adaptierungen
Wie die VN berichteten, präsentierten Günter Fritz (44) und Landschaftsökologe Wolfgang Suske (50) die adaptierten Vorschläge für eine Verbindungsstrasse zwischen österreichischer und Schweizer Autobahn. Fazit: Es bleiben sowohl die CP-Variante (Ostumfahrung Lustenau) als auch die Z-Variante durchs Schweizer und Lauteracher Ried als realisierbare Trassen im Rennen. Allerdings: Bei der im Planungsprozess als bevorzugt genannten Z-Variante sind einige kostspielige Adaptierungen notwendig, um sie verfahrenstauglich zu machen. So gibt es bei Letzterer zwei mögliche Bauverfahren: Die eine mit Unterflurabschnitten in offener Bauweise, auch Spund genannt; die andere in tiefer Bauweise, mit Tunnel unter der Erde.

30.000 Fahrzeuge
Die Tunnelvariante ist wesentlich teurer. Ein vierspuriger Ausbau mit Tunnel unter der Erde würde, hochgerechnet auf das Jahr 2025, fast 900 Millionen Euro kosten. Viel teurer als erwartet käme aber auch die CP-Variante. Für einen vierspurigen Ausbau sind 615 Millionen Euro budgetiert. Vierspurig soll auf alle Fälle die Z-Variante werden. „Die Analysen zeigen, dass eine solche Kapazität zur Bewältigung des motorisierten Verkehrsaufkommens notwendig ist. Wir müssen ja davon ausgehen, dass täglich 30.000 Fahrzeuge diese Strasse benutzen werden“, argumentiert Rüdisser. Die hohen Kosten relativiert der Verkehrslandesrat. „Es sind ehrliche Kostenschätzungen. Wir müssen davon ausgehen, dass Bauen jährlich um drei bis vier Prozent teurer wird. Bis in 25 Jahren kommen wir dann auf die genannten Zahlen.“ Die zu erwartenden Kosten werden laut Rüdisser auch nicht die Z-Variante als favorisierte Trassenalternative aus dem Weg räumen.

Präsentation gelobt
Die Ausgleichsmassnahmen müssen jedoch umfassend gestaltet werden, um das Projekt realisierbar und die Auswirkungen auf den Naturraum mit seiner einzigartigen Vegetation und Tierwelt gering zu halten. Ganz klar ist: Die Z-Variante mit einem bergmännisch errichteten Tunnelsystem ist die naturverträglichste. „Aber eben auch die teuerste“, weist AS-FINAG-Projektleiter Günter Fritz auf die Finanzierungsproblematik hin. Verkehrsplaner Christian Rankl (57) zieht eine positive Bilanz der Präsentation der Untersuchungsergebnisse des Rieds mit den damit verbundenen Konsequenzen. „Die Präsentation gestaltete sich höchst professionell. Die Diskussion war gut, es wurde alles auch kritisch hinterfragt. Und eine kategorisch Ablehnung der Projekte habe ich nicht geordnet.“

„Widerstände kommen“
Bregenz. „Die Präsentation war hervorragend. Unglaublich, was sich die Fachleute dort angetan haben“, meinte Karina Lechtaler (46). Freuen kann sich die Sprecherin der Bürgerinitiative „Lebensraum Lustenau“ dennoch nicht. „Ich befürchte, dass alles sehr lange dauern wird und bald auch wieder Widerstände aufkommen.“ Zufrieden zeigte sich hingegen der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer (51). „Mich freut vor allem, dass letztlich alles auf die Z-Variante hinausläuft.“ Die Probleme seien offensichtlich in den Griff zu bekommen. Auch FPÖ-Verkehrssprecher Ernst Hagen ist vorsichtig optimistisch. „In Anbetracht der prognostizierten Kosten muss jetzt nur alles so schnell wie möglich gehen. Widerstand gegen das Projekt wäre verantwortungslos.“ Kein Widerstand kommt jedenfalls von den Grünen. Verkehrssprecher Adi Gross (52): „Wir haben mit dem Koalitionspartner vereinbart, dass wir die Verfahren nicht behindern. Natürlich bleiben wir dennoch kritisch. Wir werden den Prozess genau beobachten und darauf drängen, dass die begleitenden Massnahmen wie Push & Pull ebenfalls realisiert werden.“

Zeitungsbericht als PDF lesen: runterladen

Allgemein , ,
About Die Ortsgemeinde